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Manage IT

Automatisierung

Vom Aufmaß auf der Baustelle bis zur Unterschrift des Kunden: wie ein automatisierter Montagebetrieb aussieht

Nikola CerićGründer & Geschäftsführer, Manage IT

Ein Montagebetrieb in Deutschland: Aus dem Aufmaß vor Ort wird ein Angebot, aus dem Angebot ein Auftrag, und der Auftrag wird mit der Unterschrift des Kunden auf dem Handy geschlossen. Wie es vorher war, was wir verbunden haben und was sich im Alltag geändert hat.

Der Betrieb montiert Fenster und Türen in Deutschland. Eine Arbeit, in der das Aufmaß heilig ist: Zwei Zentimeter Fehler beim Abtippen aus dem Notizblock ins Angebot fallen erst auf, wenn der LKW mit den Elementen auf der Baustelle steht. Dann ist es kein Tippfehler mehr, sondern eine Nachbestellung, eine verlorene Woche und ein Kunde, der fragt, warum.

Bevor wir eine einzige Zeile programmiert haben, sind wir den Ablauf durchgegangen — Schritt für Schritt, vom Anruf des Kunden bis zum letzten Blatt in der Mappe. Das ist immer der erste Schritt, und er bringt immer mehr ans Licht als ein Gespräch über Funktionen.

So sah der Tag vor dem System aus

Der Monteur misst vor Ort die Öffnungen und schreibt sie in den Block. Abends, nach Feierabend, tippt der Inhaber diese Maße in ein Word-Angebot ab. Nimmt der Kunde an, entsteht der Auftrag — wieder von Hand, wieder aus denselben Zahlen.

Arbeits- und Fahrtzeiten kommen per Nachricht: „heute 8 bis 16, Fahrt anderthalb Stunden“. Irgendwer addiert das am Monatsende. Fotos der ausgeführten Arbeit bleiben in der Galerie des Monteurs, wo sie außer ihm niemand sieht. Um den Stand auf drei Baustellen zu erfahren, ruft der Inhaber drei Nummern an.

Nichts davon war eine Katastrophe. Alles hat funktioniert — aber alles hing daran, dass jemand daran dachte, die Angabe weiterzugeben. Und Menschen vergessen, besonders freitags um fünf.

Die Regel, um die wir gebaut haben: eine Angabe wird einmal erfasst

Statt ein „Monteur-Programm“ mit einer Funktionsliste zu bauen, haben wir eine Kette gebaut, in der jeder Schritt verwendet, was der vorige bereits erfasst hat:

Aufmaß der Öffnungen vor Ort → das Angebot entsteht aus den gemessenen Öffnungen → das angenommene Angebot wird zum Auftrag mit Aufgabe, Termin und Ort → auf der Baustelle werden Arbeits- und Fahrtzeiten erfasst → die Ausführung wird fotografiert → der Kunde unterschreibt die Abnahme mit dem Finger auf dem Handy → all das bleibt im Archiv beim selben Auftrag.

Kein Schritt verlangt, dass jemand etwas abtippt. Das auf der Baustelle erfasste Maß ist dasselbe Maß, das im Angebot und auf dem Auftrag erscheint. Wird es korrigiert, ist es überall korrigiert.

Was sich im Alltag geändert hat

Der Inhaber sieht jederzeit den Stand aller Baustellen — ohne hinzufahren und ohne anzurufen. Das fällt allen zuerst auf, denn es streicht jene fünf bis sechs Telefonate am Tag, die nie als Arbeit galten, es aber waren.

Zeiten und Fahrten sind in dem Moment erfasst, in dem sie anfallen, statt am Monatsende aus der Erinnerung rekonstruiert zu werden. Die Abrechnung hört auf, Nachtarbeit zu sein, und wird zur Durchsicht.

Die Abnahme ist vor Ort unterschrieben und dokumentiert. Kommt später die Frage „war das so eingebaut“, ist die Antwort ein Foto mit Datum und die Unterschrift des Kunden — kein Streitgespräch.

Die Zeit von der fertigen Arbeit bis zur Rechnung wird kürzer, weil nichts mehr darauf wartet, dass Papier zusammenkommt — es ist bereits da.

Was der Inhaber nach einem Jahr gesagt hat

Das ist ein Teil der öffentlichen Google-Rezension des Inhabers:

„Für meinen Betrieb wurde ein Programm entwickelt, das genau auf meine Bedürfnisse und Arbeitsabläufe zugeschnitten ist. Das Programm nutzen meine Monteure und ich mittlerweile täglich. Aufträge und Aufgaben können direkt zugewiesen, Arbeits- und Fahrtzeiten erfasst, Arbeiten dokumentiert und beim Kunden abgenommen werden. Dadurch habe ich jederzeit einen guten Überblick über meine Baustellen und den aktuellen Stand der Arbeiten.“

Interessant ist, was in diesem Satz NICHT steht: kein Wort über Geschwindigkeit, Design oder die Anzahl der Funktionen. Was dem Inhaber zählt, ist der Überblick — zu wissen, was läuft, ohne fragen zu müssen.

Was davon auf Ihren Betrieb übertragbar ist

Die Kette ist auf die Montage zugeschnitten, das Prinzip nicht. Gibt es in Ihrem Betrieb eine Angabe, die zweimal erfasst wird — Maß, Menge, Adresse, Stunde, Preis — dann ist genau dort die erste Sache, die automatisiert gehört. Nicht weil das am eindrucksvollsten ist, sondern weil dort die Fehler entstehen.

Der zweite übertragbare Teil ist die Reihenfolge. Man beginnt nicht mit dem größten Modul, sondern mit dem Schritt, der am meisten weh tut. Bei diesem Betrieb war das Abtippen der Maße; bei einem anderen ist es die Personalplanung oder der Nachweis der ausgeführten Arbeit.

Der dritte ist die Disziplin, das System nach dem Ablauf zu bauen und nicht den Ablauf nach dem System. Ein Betrieb, der sich der Software anpasst, hat nach einem halben Jahr meist beides parallel: die Software und die alte Arbeitsweise.

Nikola Cerić

Gründer & Geschäftsführer, Manage IT

Mehr als 10 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung — im eigenen Unternehmen und in großen IT-Firmen des Balkans.

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